Kraftort Binntal

Geheimtipp


Der erneuerte, ebene Weg durch die Twingi -Schlucht bietet auch ungeübten Berggängern ein wunderbares Naturerlebnis: Offene Augen, die Ohren, die Nase und die Haut können Licht und Schatten, Trockenrasen und nasse Felswände, Steine und Blüten, Schluchten und Wasserfälle, Bergföhren und Lärchen, Mauern und Durchblicke, Sonne und Luftzüge, Ameisen und Adler, zwitschern und rauschen wahrnehmen. – Wer sich die Zeit gibt, kommt anders aus der Schlucht heraus als dass er hineingegangen ist.

Der Weg durch die Twingi war früher im Winter oft lebensgefährlich. Bis zum Bau des Tunnels zwischen Ausserbinn und Binn (1965) war das autarke Tal im Winter über Wochen von der Aussenwelt abgeschnitten.
Heute bietet der alte Weg den Velofahrern und Fussgängern ein spektakuläres Landschaftserlebnis. Mit seinen Tunnels, den Stütz- und Begrenzungsmauern stellt er ein eindrückliches Baudenkmal aus einer anderen Zeit dar.

Die Twingi Schlucht, welche zwischen Ausserbinn und Binn liegt, ist eine natürliche Wellness-Oase. Sobald die Twingi Schlucht im Frühjahr wieder freigegeben wird, setze ich mich auf mein Bike und durchfahre die Schlucht.

Gemäss dem Buch: Kraftorte der Schweiz, gehört das Binntal zu den höchsten eingestuften Kraftorten der Schweiz, ich empfehle ihnen, einmal durchzulaufen und zu erleben, ob Sie sich jünger und kraftvoller danach fühlen ;-) Mein persönliches Highlight ist der Wasserfall, welcher auf der Strecke herausragt. Dieser ist ideal um sich im Sommer zu erfrischen, das Bergquellwasser ist einfach “hüere güet”. Bei der Abzweigung Santigleis (der Ort heisst wirklich so), gehe ich hinunter zum Stausee wo ich gerne mich etwas in den Sand setze oder auf der Brücke einen Stopp mach um Forellen auszumachen.

Die 1863/64 erbaute Wagenstrasse von Ernen nach Binn wurde 1903 für Fuhrwerke gesperrt und in den 1930er Jahren durch eine Fahrstrasse ersetzt. In der Twingi-Schlucht verrät die Bezeichnung «Gäh Tod», dass sich hier der gefährlichste Teil der Strasse befindet.
Eine Verbindung von Ernen nach Binn muss es schon im 14. Jahrhundert gegeben haben. Ob es sich dabei um jene unterhalb der heutigen Strasse gehandelt hat, kann nicht mit Sicherheit gesagt werden. Der Weg durch die Twingi war im Winter oft lebensgefährlich. Bis zum Bau des Tunnels zwischen Ausserbinn und Binn im Jahr 1965 war das Binntal im Winter über Wochen von der Aussenwelt abgeschnitten. Lawinen und Steinschläge gingen in der Twingi-Schlucht nieder und verschütteten oft die einzige befahrbare Strasse.

Seit nun das einst autarke Dorf mit dem Tunnel eine wintersichere Zufahrt besitzt, bietet der alte Weg den Velofahrern und Fussgängern ein spektakuläres Landschaftserlebnis. Mit seinen Tunnels, den Stütz- und Begrenzungsmauern stellt er ein eindrückliches Baudenkmal aus dieser Zeit dar. Um in den tief eingeschnittenen Gräben den Bau von Brücken zu vermeiden, wurden die Bäche in Wasserdurchlässen unter der Strasse durchgeführt und Felsrücken mit Tunnels durchfahren. Der längste unter ihnen weist zwei Ausbruchsfenster die den Blick in die Schlucht freigeben. Gut zu wissen

Fünfzehn Kunstschaffende aus dem Wallis und der übrigen Schweiz sowie aus Argentinien, Deutschland, Holland und Österreich präsentieren während des
Sommers entlang der alten Fahrstrasse durch die Twingi Landart-Objekte.

Zum siebten Mal lädt der Landschaftspark Binntal Kunstschaffende ein, bei einer besonderen Ausstellung mitzuwirken. Die «LandArt Twingi 2013» soll zu einer künstlerischen Auseinandersetzung mit der grandiosen Naturlandschaft der Twingi werden.
In den drei letzten Jahren konnte wegen der Renovationsarbeiten an der in den 1930er Jahren erbauten Fahrstrasse durch die Twingi die Landart nicht mehr
in der Schlucht stattfinden.
Nach Strassensanierung findet die diesjährige Landart nun wieder in der
Twingi statt.

Kardo Kosta
Bienne (BE)
Buenos Aires

Die Installation von Kardo Kosta stellt Wanderer dar, bestehend aus mit Ästen gefüllten Jeans. Sie stehen am Anfang und Ende des kleinen Tunnels. Für Kardo
Kosta sind Tunnels Teil unseres Lebens. Einen Tunnel zu durchqueren, sei die einzige Möglichkeit, auf die andere Seite zu kommen.
Als Maler, Objektkünstler und insbesondere als Bild-hauer stellt Kardo Kosta seit dreissig Jahren seine Werke in verschiedenen europäischen und latein-amerikanischen Ländern aus. In diesen Ländern war er verschiedentlich auch als Landart-Künstler tätig.

«Théâtre du Passage»

Ruben Pensa
Neuchâtel
Cordoba (RA)

«Schauen, wieder schauen und nochmals schauen durch die Mauerbögen, die den Weg säumen. Es begleiten dich die weissen Stelzenläufer, die darauf warten, dir Geschichten über fliegende Fische zu erzählen, die durch die Lüfte segeln. Schauen, wieder schauen und nochmals schauen auf die Geschichten, die dir der Weg heute erzählt.» (zit. Pensa)Ruben Pensa wurde 1957 in Cordoba (Argentinien) geboren.
Die Wälder Argentiniens, die Salzseen auf dem Altiplano und die grossen Städte Südamerikas gehören zu den prägenden Erlebnissen für seine künstlerische Tätigkeit: Er bezeichnet sich als «Homme de vent et de sel». Derzeit arbeitet Ruben Pensa als Regisseur am «Théâtre du Passage» in Neuchâtel

«Lydbølger»

Georg Guntern
Reckingen (VS)

Bergen (NO)«Lydbølger» ist norwegisch und heisst Welle. Die von Guntern geschaffene Installation aus unterschiedlich grossen Ringen von mit Lehmfarbe bemalten Ästen stellt eine Welle dar, die für ihn ein Symbol einer sich räumlich ausbreitenden Veränderung ist: Die Welle transportiert Energie, nicht aber Materie durch den Raum.
Georg Guntern lebt und arbeitet im Goms (Reckingen) und in Norwegen (Bergen). Neben Installationen gestaltet er Bilder und Skulpturen mit einem Arbeitsverfahren, das Holz, Lehm und Erdpigmente verbindet. Thematisch
setzt sich Guntern in seiner Kunst mit der Natur als primäre Energie- und Lebensquelle auseinander

«Trilogie Twingi¬schlucht: Himmels¬rechen – Barriere – Geheimnis»

Kari JollerDierikon (LU)
«Der Himmelsrechen steht für die Themen Licht, Oben, Freiheit, Leichtigkeit und Bewusstsein, die mit den ‹Antennen› ausgefiltert werden können. Die Barriere steht für das Innehalten, Überdenken und Wahrnehmen des Momentes. Das Geheimnis steht für die ewige Frage: Wo kommen wir her und wo gehen wir hin? Der Kreis markiert unsere Verbundenheit mit allem Sein.» (zit. Joller)
Kari Joller wurde 1952 in Neuheim im Kanton Zug geboren. Er ist einer der bekanntesten Landart-Künstler der Schweiz. Im April dieses Jahres wurde er mit dem Schweizerischen Umweltpreis ausgezeichnet.

«Wandern mit Erinnerungen»

Adri A. C. de FluiterSleen (NL)

Die roten Bäume und Steinhaufen sind so etwas wie das Markenzeichen von Adri A. C. de Fluiters Landartkunst. Gemäss seiner Aussage werden alle, die einen Stein auf den Haufen legen, wieder in die Twingi zurückkehren.
Adri A. C de Fluiter studierte an der Königlichen Akademie für Kunst in Hertogenbosch. Er realisierte Landart-Installationen in verschiedenen Ländern
Europas, in den Vereinigten Staaten, in Japan, Korea und Taiwan sowie eine monumentale Installation in der Nähe von Resistencia im Norden Argentiniens im Rahmen des Bienal de Chaco. Auch betätigte er sich in Holland als Kurator verschiedener Ausstellungen.

«Feenharfe»

Roman Steiner Basel
Bestimmt wird Roman Steiners Schaffen von den Naturkräften und -gestalten. Mit seiner Installation will Roman Steiner die Umgebung ergänzen und nicht
verändern. Seine Installation, an den Ästen einer Lärche aufgehängt, wird zu einer vom Wind bespielten Harfe, die aus Aststücken, Metallstäben und kleinen
Glocken bestehen. Bei Wind ergibt sich ein Xylophon artiges Klangbild.
Roman Steiner wurde 1975 in Basel geboren. Er ist im sozial-psychiatrischen Bereich tätig als Betreuer und Erzieher im Sophie-Blocher Haus im Kanton Baselland. In seinem Leben ist das schamanische und bön-buddhistische Weltbild Inspiration und Heimat

«Kunst der Ahnen»

André Kummer
Mühlebach – Ernen
(VS)

Kasimirs Rocking Tap: André Kummer sieht seine Installationen als Ehrerbietung an die Kunst der Ahnen, die Holzkänel als Wasserfuhren zur Bewässerung der
Felder und für das Trinkwasser an überhängenden Felsen schwindelerregend aufhängten. Mit einem 600-jährigen Lärchenbohlen aus dem spätmittelalterlichen Haus seiner Vorfahren in Mühlebach installiert er eine Suone am «Schreiend Bach». Bespielt man das Objekt als «Gigampfe» (Wippschaukel), spielte der heutige Mensch mit der früher mühsam erarbeiteten Ressource Wasser.André Kummer ist Metallbauer und bekannt für seine Live-Performances mit Metall und Holzskulpturen – so z.B. im September 2011 im Zeughaus in Brig.